Die Dauer einer Beratung oder Psychotherapie kann nicht allgemein bestimmt werde, sondern ist immer individuell abhängig von Zielen und Möglichkeiten. Allerdings ist die häufig vertretene Meinung, Psychotherapie müßte lange dauern (und "schwer" sein), besonders, wenn die Probleme schon lange bestehen oder sehr belastend sind, längst überholt. Im Gegenteil zeigen viele Studien, dass die ersten 10 bis 15 Stunden einer Psychotherapie das höchste Veränderungspotential haben.
Daher gibt es auch die sog. Kurzzeittherapie oder auch lösungsorientierte Kurzeittherapie, die das gezielt nutzt, um in überschaubarer Zeit gemeinsam mit den Klienten bestimmte Ziele zu erreichen; in dem realistischen Wissen, das möglicherweise nicht alle Probleme bewältigt sind.
Auch ich bevorzuge Therapie mit einer Anzahl bis zu 25 Sitzungen (durch die Kassenärztliche Vereinigung bei Verhaltenstherapie als Kurzzeittherapie definiert), das entspricht etwa einem Zeitraum von einem Jahr. In diese Zeit ist normalerweise sehr vieles erreichbar!
Meine Leitlinie ist, so wenig Sitzungen wie möglich und so viele wie nötig. Meist berichten meine KlientInnen nach ein oder zwei Sitzungen bereits von (kleinen) positiven Veränderungen. Wenn sich so gar nichts Positives tut, werde ich skeptisch.
Haben Sie während der probatorischen Sitzungen (also die ersten fünf Termine) in keiner Weise von unserer gemeinsamen Arbeit profitiert, schlage ich vor aufzuhören, weil ich dann vermutlich nicht der Richtige für Sie bin.
Es gibt natürlich gelegentlich auch Situationen, wo eine längere Unterstützung hilfreich und sinnvoll ist, hier ist dann auch eine Verlängerung auf insgesamt 45 Sitzungen möglich. (sog. Langzeittherapie)